Drei Jahre haben mich geprägt — 1985, 2003 und 2008. Aus diesen Erfahrungen ist die Art entstanden, wie ich heute berate.
1985 wurde ich konfirmiert. Ich erhielt von der Familie, Freunden und Nachbarn eine für meine Verhältnisse sehr hohe Summe Geld geschenkt. Bei drei Banken und zwei Sparkassen ließ ich mich beraten. Mir wurden jeweils Anlagen angeboten, die weniger Zinsen zahlten, als die Inflation mir nahm.
Das konnte ich schnell ausrechnen. Also suchte ich mir erstmals selber meine Geldanlagen aus. Erstaunlich schnell fand ich Anlagen, die einen deutlich höheren Zins als die Inflationsrate boten. Und das bei vergleichbarem Risiko.
2003 rief ich als Wertpapierspezialist einer deutschen Großbank einen Kunden an, um ihm einen Fonds zu empfehlen. Der Kunde lehnte mit folgenden Worten meinen Vorschlag ab:
„Ich weiß, dass Sie mir den Fonds nur empfehlen, weil Sie ihn für richtig halten. Ich weiß aber auch, Sie müssen Umsatz machen."
Kundengespräch · 2003Ich stellte mir die Frage, wie ich erreichen konnte, dass meine Kunden sicher sein können, dass meine Vorschläge zu ihrem Vorteil sind und nicht zu meinem? Und das ging nur ohne eine Verkaufsprovision. Also verließ ich 2004 die Bank.
2008 kam die nächste Finanzkrise. Die schlimmste seit der Weltwirtschaftskrise von 1929. Wertpapiere wurden über Nacht wertlos. Sogar Banken gingen Pleite. Solche Krisen kommen selten ohne Ankündigung. Auch die Immobilienkrise in den USA nicht.
Die Hauptursache einer platzenden Blase ist immer die Spekulation auf Kredit. Und wenn der Geldfluss einmal nachlässt, fallen die Kurse wie Dominosteine. Nur die „Nadel", die die Blase zum Platzen bringt, ändert sich von Krise zu Krise. Die ersten Signale gab es schon 2007.
In dieser Krise wurde deutlich, dass Finanzindustrie etwas anderes unter Risiko versteht als ein Anleger. An welcher sollte sich Ihr Finanzberater orientieren?
Ab welchem Verlust fange ich an, schlecht zu schlafen?
Ausgangspunkt jeder AnlagestrategieDas ist die wichtigste Frage zur Bestimmung Ihres ganz persönlichen Risikomaßes. Bitte gehen Sie immer vom Maximalverlust aus. Rendite und Risiko gehen Hand in Hand — auf die richtige Mischung kommt es an.